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Wie?
Wie wir miteinander streiten |
Zusammenfassung
Die Streitparteien versuchen, den Gegner zu vernichten. Sie bedienen sich dabei der Hilfe der Justiz!
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"Ehestreit vor Gericht wäre tödlich"
So lautete die Schlagzeile in Spiegel-Online am 27.12.20002.
Ist ein Streit vor Gericht und Anwälten wirklich so gefährlich?
In den Familienangelegenheiten werden zwischenmenschliche Probleme oft verrechtlicht. Rechtsanwalt Ralf Käppele
, Fachanwalt für Familienrecht, sieht die Gefahr von Scheidungsunfällen. Tatsächlich verselbständigen sich die Rechtsfragen oft ganz unmerklich, bis die Interessen der dahinterstehenden Personen nur noch periphär wahrgenommen werden. Die Rechtsfragen nehmen den ganzen Raum in Anspruch. Sie erfordern die ganze Konzentration. Bei einer übermäßigen Verrechtlichung verunglücken nicht nur die Familiensachen. Auch in anderen Rechtsbereichen kann dieses Phänomen auftauchen.
Wir fragen uns, inwieweit die (rein) juristische Handhabung der Probleme den menschlichen Bedürfnissen im Konflikt im Einzelfall überhaupt (noch) gerecht werden kann. Glaubt man dem Volksmund, schneidet die Justiz als Repräsentatin der juristischen Lösung eher schlecht ab. Und das nicht nur in Deutschland ... |
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| Die hoheitlichen Entscheidungen setzen in der Regel auf Sieg und Niederlage (sog. Nullsummenspiel). Mit diesem Konzept fördert die Justiz Strategien, bei denen sie von den Streitparteien als ein Instrument eingesetzt werden kann, den Streitgegner zu vernichten. Damit dieses Instrument auch wirklich in diesem Sinne funktioniert und zur Vernichtung des Gegners beiträgt, bedienen sich die Streitparteien der Anwälte, denen sie die Rolle eines Gladiators zuschreiben. | |||||||
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Die Streithähne versuchen, die Justiz nicht nur in strategischer, sondern auch in psychologischer Hinsicht für den Streit zu benutzen (zu instrumentalisieren). Warum nur wirkt es so bedrohlich, wenn Ihnen der Streitgegner erklärt:
"Dann gehen wir vor Gericht".
Liegt in dieser Drohung nicht auch die Chance einer fairen, gerechten Konfliktlösung? Sollten Sie sich über das Angebot, den Streit durch einen neutralen Dritten entscheiden zu lassen nicht freuen?
Ganz offensichtlich besteht ein gewisses Misstrauen gegen die Entscheidung des neutralen Dritten (des Richters). Kann er die Situation überhaupt richtig einschätzen? Ist er in der Lage zu erkennen, was für ein schlechter Mensch der Gegner ist? Tatsächlich wird das Streitverhalten nicht nur durch strategische Aspekte beeinflusst. Es gibt eine Reihe von Parametern, die insgesamt Einfluss auf unser Streitverhalten nehmen. Welche Einflussfaktoren das sind, ergibt sich aus den Konfliktparametern. |
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